Die Speerspitze des Katastrophenschutzes
Der Rettungsdienst ist in einem Schadensfall - nach eventuellen Ersthelfern - die erste Hilfeleistungsinstanz vor Ort.
Aus diesem Grunde legt das DRK Wert darauf, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern stattfindet. So ist gewährleistet, dass Rettungsdienst und Katastrophenschutzeinheiten “eine Sprache sprechen” und die Anforderungen des jeweils anderen genau kennen.
In der SEG Transport sind Einsatzkräfte mit Rettungsdienst-Ausbildung und nach Rettungsdienst-Maßstäben ausgestattete Fahrzeuge der Ortsvereine zu einer schlagkräftigen Einheit zusammengefaßt. Im Falle großer Auslastung des Rettungsdienstes oder bei Großschadenslagen können so über ein Dutzend ehrenamtlich besetzte Rettungswagen den Rettungdienst verstärken - dies kommt nahezu einer Verdopplung der Leistungsstärke im Rettungsdienst gleich. Möglich wird dies durch die enge Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt im DRK, da auf diesem Weg für eine ständige Fortbildung und einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch gesorgt wird.
Qualifizierte Hilfe zu Hause
Die Sozialstationen des Roten Kreuzes sind Ausgangspunkt für verschiedenste Hilfen im sozialen Bereich und ermöglichen so zahlreichen Menschen ein Leben zu Hause, die andernfalls Einschnitte in ihrem gewohnten Lebensumfeld in Kauf nehmen müßten.
Mit den Angeboten im pflegerischen Bereich, dem MenüService und HausNotruf sowie ergänzenden Hilfsangeboten decken die Sozialstationen die wesentlichen Anforderungen ab, die für die Sicherung häuslicher Lebensqualität erforderlich sind.
In Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Sozialarbeitsgruppen der Ortsvereine werden darüber hinaus Bewegungsprogramme, Gesprächskreise, Besuchsdienste u.a. Angeboten.
Helfer vor Ort
In den Ortsvereinen des DRK sind über 500 HelferInnen ehrenamtlich engagiert. Sie sorgen dafür, dass ehrenamtliche Hilfe stets dort geleistet wird, wo sie benötigt wird. Jugend- und Seniorenarbeit, Ausbildung, Sanitätsdienste und die Mitwirkung in der örtlichen Gefahrenabwehr sind ein Ausschnitt aus dem breitgefächerten Aufgabengebiet der Aktiven, ihre Mitwirkung ist fester Bestandteil des sozialen Netzes jeder Gemeinde.
Dabei sind die Ehrenamtlichen mit allen übrigen Bereichen der DRK-Arbeit eng verbunden: Sie wirken im Rettungsdienst mit und nehmen an gemeinsamen Fortbildungen teil, bieten gemeinsam mit den Sozialstationen zusätzliche Hilfen im sozialen Bereich, stellen in Mehrfachbesetzung die Einsatzfähigkeit von Katastrophenschutzzügen und Schnelleinsatzgruppen (SEGs) sicher, führen Blutspendetermine durch und erweitern die Angebotspalette des Ausbildungszentrums.
Zahlreiche hauptamtliche Mitarbeiter sind in ihrer Freizeit auch ehrenamtlich in den Ortsvereinen tätig.
Netzwerk der Synergie
Der DRK-Kreisverband bietet nicht nur als eingetragener Verein den rechtlichen Rahmen für die Arbeit des Roten Kreuzes im Kreis, sondern stellt auch die Schnittstelle zwischen allen Bereichen der Rotkreuzarbeit dar. Er unterstützt die Arbeit der Ehrenamtlichen durch Verwaltungs- und Serviceleistungen, er erledigt die administrativen Aufgaben für die hauptamtlichen Bereiche und bildet die Brücke zwischen den haupt- und ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldern und ihren Mitarbeitern. Dabei wird nicht nur die Zusammenarbeit aller Bereiche gefördert, sondern auch stets nach weiteren Möglichkeiten geforscht, Know-How und Ausstattung eines Bereiches zum Nutzen der übrigen Bereiche einzusetzen. Das Ziel ist, insgesamt weitaus leistungsfähiger zu sein, als es jeder Bereich allein sein könnte.
Das Ausbildungszentrum trägt mit Lehrgängen u.a. in Erster Hilfe und Lebensrettenden Sofortmaßnahmen dazu bei, dass Ersthelfer - als das erste Glied der Notfallkette - ausreichend qualifiziert sind.
Bürgerschaftliches Engagement für alle
Der Katastrophenschutz in Hessen arbeitet in zwei Eskalationsstufen: Bevor die eigentlichen Katastrophenschutzzüge in voller Stärke eingesetzt werden, kommen bei kleineren Schadenslagen Schnelleinsatzgruppen zum Zug.
Das Rote Kreuz leistet nicht nur mit drei Sanitätszügen und beiden Betreuungszügen sowie mehreren SEGs einen wesentlichen Beitrag zum Katastrophenschutz des Kreises, sondern propagiert darüber hinaus die Nutzung des kompletten Hilfeleistungssystems aller Bereiche im Katastrophenfall. Überlegungen, welchen zusätzlichen Beitrag jeder Bereich zum Katastrophenschutz leisten kann, sind deshalb fester Bestandteil unserer Philosophie und Strategie.
Das Ziel ist eine umfassende Hilfe für jeden im Schadensfalle - und natürlich auch ein möglichst breites Betätigungsfeld für alle diejenigen, die sich selbst gerne engagieren möchten, um anderen zu helfen.