Foto: pixabay.com

Für uns sind Kleiderspenden kein Geschäft

 
Unterstützen Sie den
DRK KV Groß-Gerau e.V.
indem Sie auf smile.amazon.de
einkaufen

Seit in einer Reportage des NDR jüngst über die Branche der Altkleider-Verwertungsfirmen berichtet wurde, ist das Thema "Kleiderspenden" aktuell in aller Munde. Da die Ausgabe von Gebrauchtkleidung an Bedürftige eine wichtige Aufgabe des DRK ist, werden zu Recht Fragen gestellt, wie das DRK mit der im Bericht aufgeworfenen Thematik umgeht. Die wichtigsten Aspekte hat die Pressestelle des DRK-Generalsekretariats in einer Fragen- und Antwortenliste beantwortet. Ergänzend hierzu möchten wir zum Umgang des DRK-Kreisverbandes Groß-Gerau mit gespendeten Altkleidern das Folgende anmerken:

 

Das Wichtigste zuerst: Wir betrachten den Umgang mit gespendeter Gebrauchtkleidung nicht als Geschäft! Zentraler Aspekt unserer Arbeit in diesem Bereich ist das Sammeln, Sortieren und Weitergeben der Kleidung an Bedürftige. Zu diesem Zweck unterhalten wir im Kreis Groß-Gerau aktuell sechs Kleiderkammern sowie einen jüngst eröffneten Kleiderladen, deren Angebot sehr stark genutzt wird.

Allerdings werden weitaus mehr Kleidungsstücke gespendet, als in den Kleiderkammern und dem Kleiderladen Platz finden können. Überschüssige Kleidung wird deshalb an eine Verwertungsfirma abgegeben. Hierbei gilt: Kleiderspenden, die im Einzugsbereich einer dieser Kleiderkammern oder direkt in der Kleiderkammer bzw. dem Laden abgegeben werden, werden von unseren HelferInnen sortiert und, wo es möglich ist, in die Kleiderkammer / den Laden übernommen. Kleidung, die außerhalb der Einzugsbereiche von Kleiderkammern und –laden gespendet werden, gehen ebenfalls direkt an die Verwertungsfirma.

Sämtliche Erlöse hieraus werden ausschließlich zur Durchführung unserer satzungsgemäßen Aufgaben verwendet. Dies wird im Sinne größtmöglicher Transparenz z.B. auf unseren Internetseiten seit deren Bestehen klar ausgeführt, und jeder Spender, der Fragen hinsichtlich der Verwendung seiner Kleidung hat, wird ebenfalls aufgeklärt bzw. dahingehend beraten, dass er Kleidung ggf. an den Standorten der Kleiderkammern abgeben kann, wenn sie nicht an Verwertungsfirmen weitergegeben werden soll.

Ein kleiner Teil unserer Ortsvereine beginnt gerade damit, bezüglich der Sammelcontainer einen anderen Weg zu beschreiten, da dort der mit der Sammlung und Weitergabe der Kleidung verbundene personelle und logistische Aufwand nicht mehr geleistet werden konnte. In diesen Ortsvereinen werden die Sammelcontainer direkt von einer Verwertungsfirma (der Firma TexAid, die zum Teil dem Schweizer Roten Kreuz gehört) aufgestellt und geleert. Im Gegenzug werden soziale Projekte der DRK-Ortsvereinigungen gefördert. Sämtliche auf diesem Wege aufgestellten Container sind hinsichtlich ihres Eigentümers klar gekennzeichnet und tragen KEIN DRK-Logo.

Die moralisch/ethische Problematik der weiteren Verwendung von Kleiderspenden durch die Verwertungsfirmen ist uns bewusst, und wir befinden uns bereits in Überlegungen, wie wir an diesem Zustand etwas ändern können, ohne durch wegfallende Finanzierungen die Erfüllung unserer Aufgaben zu gefährden. Ein neues Konzept z.B. ist der in Rüsselsheim kürzlich eröffnete Kleiderladen, der nun einen Teil der Kleidung, die mangels Kapazität sonst von unseren Kleiderkammern an Verwertungsfirmen abgegeben worden wäre, anbieten kann.